Wie du deine Ängste überwinden kannst

img_1184Als ich 35 Jahre alt bin, falle ich von einem Tag auf den anderen in ein riesiges schwarzes Loch voller Ungeheuer. Ich weiß nicht, wie ich meine Ängste überwinden kann, die ich in dieser Intensität bisher noch nie erlebt hatte…

Gestern war meine Welt noch vollkommen in Ordnung und heute liege ich frisch operiert in der Klinik und warte auf den Befund eines entfernten Eierstocktumors.

Bis dahin dachte ich, dass ich eine Frau bin, die so schnell nichts umwerfen kann… hatte ich doch schon viele schwierige Situationen gemeistert.

Doch nun liege ich in meinem Krankenbett und bin nicht mehr in der Lage, einen einzigen klaren Gedanken zu fassen. Mein gesamter Körper ist in einem panischen Ausnahmezustand und ich weiß nicht, wie ich meine Angst überwinden oder mit ihr umgehen kann.

Nach drei Tagen (!) erfahre ich endlich meinen Befund: gutartig.

Welche Erleichterung ich in diesem Augenblick empfunden habe, lässt sich mit Worten nicht beschreiben.

Das ist jetzt über 20 Jahre her. Damals wusste ich noch nicht, dass und schon gar nicht wie man die eigenen Ängste überwinden kann. Die Angst hat mich damals nicht nur vollkommen beherrscht, sondern auch komplett handlungsunfähig gemacht.

Heute ist das anders. Nicht, dass ich keine Angst mehr habe… nur kann ich jetzt gut damit umgehen, sie kontrollieren und beeinflussen.

Ein Leben ohne Angst gibt es nicht,

daher ist es wenig sinnvoll zu versuchen, sie zu vermeiden. Man kann sich der eigenen Angst jedoch stellen und sich immer wieder fragen, ob sie wirklich in dem vorhandenen Ausmaß berechtigt ist.

Um Angst zu empfinden brauche ich nicht zwingend eine konkrete Situation im Außen. Oftmals reicht es schon, wenn ich mir eine für mich schlimme zukünftige Situation in Gedanken intensiv vorstelle.

Trotzdem wird mein Körper so reagieren, als ob ich das Vorgestellte gerade tatsächlich erlebe. Genauso kann ich ein negatives Ereignis aus meiner Vergangenheit in Gedanken durchleben und sofort die damit verbundenen Gefühle wieder aktivieren.

Das Gefühl der eigenen Angst hilflos ausgeliefert zu sein, erzeugt einen großen Stress für den gesamten Organismus, da eine lebensgefährliche Bedrohung signalisiert wird.

Wenn man Einfluss auf das eigene Empfinden nehmen will, muss man sich immer wieder gezielt und offen mit der jeweiligen Angst auseinandersetzen. Nur so kann man erkennen, ob das Gefühl durch eine gerade aktuelle, tatsächliche Situation entsteht, oder nur durch Gedanken an ein eventuelles noch in der Zukunft liegendes (oder bereits hinter mir liegendes) Ereignis ausgelöst wird.

Viele Menschen brauchen auch gar kein tatsächliches Ereignis, um in Angst zu geraten, weil sie ständig mit Hilfe ihrer Phantasie Bilder erzeugen, durch die sie Angstgefühle bekommen.

Sie denken ständig darüber nach, was ihnen oder ihren Angehörigen alles passieren kann, ob es wieder Krieg gibt, dass bestimmt bald das Auto kaputt geht und ähnliches.

Angst ist wichtig, wenn ich in einer wirklich gefährlichen Situation bin.  Sie hilft mein Überleben zu sichern. Nur sind wir die meiste Zeit nicht in tatsächlicher Lebensgefahr… und das gilt es klar zu erkennen.

Die eigenen Ängste zu überwinden ist daher keine einmalige Sache, sondern etwas, was man immer wieder und wieder ganz bewusst tun muss.

Deine Gedanken beeinflussen deine Gefühle.

Frauen, mit denen ich in meiner Praxis das erste Mal am Thema Angst arbeite, sind oftmals erstaunt darüber, wie viel Einfluss sie selbst auf ihre Gefühle haben. Sie machen die Erfahrung, dass sie mit dem eigenen Willen und entsprechenden Gedanken ihre Ängste überwinden oder zumindest beeinflussen können. Das ist für viele ein neues und positives Erlebnis.

Es gibt verschiedene Arten der Angst, die vom Einzelnen sehr unterschiedlich empfunden werden.

Die Gefühlsintensität reicht von einer leichten Verunsicherung bis hin zur Panikattacke. Um die Stärke der Angst herauszufinden, benutze ich eine Skala von 0 (keine Angst) bis 10 (kurz vor Panik).

Unmittelbar nach der Diagnose Krebs empfinden fast alle betroffenen Frauen eine große Angst. Die Zahl, die dabei am häufigsten genannt wird, ist 10. Nach meiner Erfahrung können die meisten Frauen ihre Gefühle sehr gut einschätzen und in Worte fassen.         Diese Stärke beobachte ich bei vielen Frauen.

Wenn du deine Ängste überwinden oder beeinflussen willst, musst du lernen, bewusst zu denken.

Das bedeutet, ganz gezielt zu entscheiden, was du denken willst. Wenn du darauf achtest, welche Gedanken in einer belastenden Situation die meiste Zeit in deinem Kopf sind, wirst du feststellen, dass es überwiegend die negativen Aspekte einer Situation oder eines Ereignisses sind, über die du nachdenkst.

Du könntest jedoch in solchen Momenten oder Situationen Einfluss auf dein Empfinden nehmen, indem du die ständig wiederkehrenden negativen Gedanken ganz bewusst unterbrichst.

Frage dich stattdessen, ob es nicht vielleicht irgendeinen Aspekt gibt, den du positiv bewerten könntest. Auch wenn dir vermutlich nicht sofort eine Antwort einfällt, bliebe einfach an dieser Frage dran.

Schon allein dieser kleine gedankliche Richtungswechsel entlastet dein Nervensystem und damit deinen Körper.

Sobald du in der Lage bist, deine eigenen Gedanken zu kontrollieren, kannst du gezielt Einfluss auf deine Gefühle nehmen.

Das hat drei große Vorteile:

  • Du fühlst dich deinen Gefühlen nicht mehr hilflos ausgeliefert
  • Du kannst klarer denken und somit bessere Entscheidungen treffen
  • Du senkst deinen Stresspegel und entlastest damit sofort dein Immunsystem

Dein Körper reagiert immer auf die vom Gehirn kommenden Impulse, entweder auf der unbewussten Ebene oder bewusst. Das bedeutet, alles was du bewusst denkst hat eine Wirkung, aber auch alle Gedanken, deren du dir nicht bewusst bist, beeinflussen dein Befinden und die biochemischen Abläufe in deinem Körper.

Nutze deine eigenen Fähigkeiten!

Mittlerweile gibt es viele verschiedene Methoden und Selbsthilfetechniken, mit denen du dein emotionales Befinden verbessern oder sogar Ängste überwinden kannst. Für welche du dich letztendlich entscheidest ist völlig egal… Hauptsache du nutzt überhaupt eine.

Wenn du bisher noch keine oder nur wenig Erfahrung damit hast bewusst deine Gefühle zu beeinflussen, kannst du mit einer relativ leicht anzuwendenden Technik beginnen.

Was total wichtig ist: Mache dir bewusst, niemand außer dir selbst kann deine Ängste überwinden oder langfristig verändern. Auch wenn du vielleicht das Gefühl hast, dass dir bei der Bewältigung jemand geholfen hat, bist immer nur du selbst es, die das erreicht hat!

Die absolut wichtigste Regel ist: In die Ruhe kommen.

Wenn du bisher weder meditiert, noch andere Entspannungsübungen gemacht hast, kann „zur Ruhe kommen“ anfangs ungewohnt oder auch fremd für dich sein. Viele Frauen sind so sehr mit Arbeit, Familie, Angehörige pflegen, Haus- und Gartenarbeit ausgelastet, dass sie sich kaum Raum für sich selbst nehmen.

Aber für jede Technik oder Methode, mit der du Einfluss auf deine Gefühle nehmen kannst, brauchst du einen Ort oder Raum, der dir ermöglicht, dich für eine kurze Weile mit dir selbst zu beschäftigen. Das ist kaum möglich, wenn ein vielleicht ebenfalls aufgeregter Partner, lebhafte Kinder, besorgte Eltern, Freunde oder andere Menschen deines Lebens um dich herum sind.

Veränderung deines emotionalen Empfindens durch gezielte Wahrnehmung

Nimm dir eine halbe Stunde Zeit und ziehe dich an einen Ort zurück, an dem du wirklich Ruhe hast.

Setze dich hin und achte für einen Moment nur auf deine Atmung. Denke nicht daran, dass du deine Ängste überwinden oder bestimmte Gefühle verändern willst.

Sobald dein Atem ruhig und regelmäßig ein und aus fließt, lasse das Gefühl kommen, was dich zur Zeit belastet. Notiere dir gleich zu Anfang die Zahl, die die Intensität deines Gefühls am besten beschreibt  (0 = “alles gut” und  10 = “alles total schlimm”).

Dann lass deine Gedanken einfach laufen. Dein Gefühl darf jetzt da sein, auch wenn es sich schlimm anfühlt… es ist nur ein Gefühl… du entscheidest jetzt ganz bewusst, das dich belastende Gefühl zuzulassen.

Stell dir nun einen blauen Himmel vor, an dem deine Gedanken wie Wolken sind, die kommen und wieder gehen.

Betrachte welche Gedanken schnell ziehen, welche langsam sind und welche wiederholt vorbeikommen. Du bist jetzt nur die Beobachterin deiner eigenen Gedanken.

Mache das so lange bis du meinst, dass keine wesentlichen neuen Gedanken mehr dazu kommen. Achte dabei einfach auf deinen Atem, ohne ihn zu beeinflussen.

Du wirst merken, dass deine Aufmerksamkeit immer wieder weg von deinem Atem und hin zu deinen Gedanken geht. Das ist am Anfang völlig normal… wenn du es merkst, achtest du einfach erneut auf deinen Atem.

Wenn du ein wenig ruhiger als zu Beginn bist, dann richte deine Wahrnehmung (nicht deine Gedanken) jetzt auf deine Angst. Wahrnehmen bedeutet, dass du genau hinfühlst:  Wo in deinem Körper sitzt das Gefühl? Wie sieht es aus? Ist es groß oder klein? Ist es in Bewegung oder steht es eher still? Fühlt es sich warm oder kalt an? Raubt es Energie oder gibt es Energie? Zieht es sich zusammen oder dehnt es sich aus?

Je genauer du es wahrnimmst, umso besser. Es ist ähnlich, wie bei “dem Monster unterm Bett”… erst wenn du genau hinschaust, verliert es seinen Schrecken.

Nun gehst du ohne zu denken mit all deiner Wahrnehmung zu dem Platz in deinem Körper, wo das Gefühl sitzt.

Du gehst vollkommen darin auf und es ist dir völlig egal, was passiert.

Wenn du dich wirklich bedingungslos „hingibst“ wirst du eine erste Veränderung spüren.
Das kann ein leichteres Gefühl sein, weniger Gedankenrasen oder dein Körper ist entspannter als vor der Übung. Der Vorteil für uns Frauen ist, dass die Hingabe schon in uns angelegt ist. Wir brauchen sie also nicht erst zu lernen, sondern müssen uns nur wieder daran erinnern…

Du kannst diese Übung jederzeit wieder machen. Je öfter du das tust, umso leichter und schneller wird es gehen.
Probiere es einfach aus, du kannst nur gewinnen und nichts verlieren.

Herzlichst eure

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Hier erfährst du, was deine persönliche Lebenszahl damit zu tun hat.

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Heidi Bonow und Hella Hampe
  

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